Dienstag, 30. September 2008
Nulla vita sine musica.
Die Finger werden geschmeidiger, gehorsamer, flinker. Die Tasten vertrauter. Ich traue mich mehr, drehe bis zum Anschlag auf, versinke in dem, was meine Finger, ich selbst aus dem Instrument locke. Es ist das eine, einem Menschen dabei zuzuhören, und schon das ist wundervoll. Selbst etwas Hörbares zu klimpern, ist für mich ein Wunder.

Als Kind saß ich stundenlang über dem Klavier, ohne es je gelernt zu haben. Bastelte mir Tastenfolgen zurecht, ohne recht zu wissen, was ich da tue. Ich versank in meiner ganz eigenen Welt, und wunder mich nun, dass mich das alles noch einmal so verzaubern kann, und wie ich so lange ohne diesen Zauber sein konnte.

Wie die Entdeckung von gänzlich Neuem, das uralt ist, uralt, und für mich hält es die Welt zusammen.